Magische Momente bei delikater Küche

Die Veranstaltung "Wein & Wunder" in Gebert"s Weinstuben verspricht (über)sinnliche Stunden

Mainzer Rhein-Zeitung vom 12.09.2008

Was haben gutes Essen, Wein und Magie gemeinsam? Sie regen die Sinne an, fördern die Kommunikation zwischen den Gästen und vermitteln ein Stück rheinhessischer Lebensart. Bei der jüngsten Veranstaltung der Reihe "Wein und Wunder" in Gebert"s Weinstuben ließen sich die Gäste nicht nur von der gediegenen Wohnzimmeratmosphäre, einem erlesenen Drei-Gänge-Menü und edlen Tropfen der Region verzaubern. Auch die magischen Zwischengänge, die Oliver de Luca servierte zogen das Publikum in seinen Bann.

Möbelstücke, die im Raum schweben, Gegenstände, die auf wundersame Art verschwinden und plötzlich an einem völlig anderen Ort wieder auftauchen. "Wie macht er das bloß?", fragt einer der Gäste in die Runde. "Ich habe den Trick jetzt schon dreimal gesehen und weiß immer noch nicht, wie erfunktioniert." Doch der Magier lächelt nur geheimnisvoll: "Ich möchte Ihnen die Illusion nicht rauben. Lassen Sie sich darauf ein."

Es sind keine plumpen Tricks, mit denen de Luca sein Publikum einfängt, mit persönlichen Anekdoten leitet er authentisch, locker und mit einem Augenzwinkern von einem übersinnlichen Erlebnis zum anderen über. Und bindet die Gäste aktiv ein, die sich nur allzu gern in die Hände des Magiers begeben. Für die leiblichen Genüsse sind Frank und Vater Wolfgang Gebert zuständig, die in der Küche eine gehobene aber dennoch bodenständige Menüfolge kreieren. Blutwurstknödel, im eigenen Keller geräucherte Forellen in einem pikanten Beilagenbett -anerkennende Worte an den Tischen und zufriedene Minen der Gäste sprechen für sich. Zu jedem Gang gibt es die passenden Rebsäfte. Die Weinprobe moderiert die rheinhessische Weinprinzessin Nadja Weiler. Fachkundig stellt sie den Charakter der edlen Tropfen heraus, erzählt ihre Geschichte. Anschließend sind die Gäste gefragt, Sorten und Jahrgang verschiedener Weine am Geruch zu erkennen - und schneiden dabei erstaunlich gut ab.

Am Ende gibt"s viel Applaus für alle Akteure. Frank Gebert, der die Weinstuben vor Kurzem von seinen Eltern übernommen hat, sieht sich sich in seinem Konzept bestätigt, hat er doch eine Lücke im gastronomischen Angebot gefüllt. "Zwischen Kindergeburtstag und David Copperfield ist ja sonst nichts", sagt er.    (sj)