Alte Vorträge auch heute aktuell

Historische Fastnacht und närrisches Vier-Gänge-Menü begeistern in Geberts Weinstuben

 

26.01.2011 - Allgemeine Zeitung Mainz. Von Maike Hessedenz.

Großmeister der Mainzer Fastnacht stehen mit Reden von anno dazumal in der Bütt; dazu gibt’s ein närrisches Vier-Gänge-Menü nach Mainzer Art - und das Ganze für einen guten Zweck: So lautet das Konzept für Frank Geberts „historische Fastnachtssitzung“. Ganz wie früher, als die „Wertschaftsfassenacht“ noch gang und gäbe war, als in den Weinhäusern zünftig gefeiert und närrisch lamentiert wurde, so sollte der Abend in Geberts Weinstuben werden. Uniform aus Gründungsjahr des MCC.

Und dafür gaben sich auch Größen wie Bernd Mühl, Ehrenpräsident des Mainzer Carneval Clubs (MCC), Dr. Rudi Henkel, Ehrenpräsident des Mainzer Carneval-Vereins (MCV) und Karl-Heinz Franko, Ehrenbeisitzer des MCC, für diesen Abend die Ehre. Bernd Mühl, in einer Uniform, die der des Gründungsjahres des MCC, 1899, nachempfunden ist, präsentierte einen Vortrag von Jean Fischer aus dem Jahr 1906, der damals den „biederen Herrn Meyer“ mimte. „Diesen Vortrag kann man heute noch so bringen“, meinte Mühl; und zitierte aus dem über 100 Jahre alten Werk: „Schneidst du ein Brot dir, lieber Gott, verhinderst du den Staatsbankrott; kannst du fürs Vaterland nun erben, kannst du fürs Vaterland auch sterben.“

Karl-Heinz Franko hatte einen Vortrag aus seinem eigenen Repertoire, aus dem Jahr 1965 mitgebracht, ebenfalls eine interessante närrische Zeitreise unter dem Titel „Der Tag des Herrn.“

Den jüngsten Vortrag des Abends hielt Rudi Henkel: Er präsentierte seine brillante Reimkunst, mit der er in den 1990er Jahren den Römer des Fastnachtsbrunnens hat lebendig werden lassen, dem begeisterten Publikum.

Aber auch eine junge Dame durfte in die Bütt: Die ehemalige rheinhessische Weinprinzessin Saskia Tittgen trug „Die Hochzeit der Weine“ aus der Feder von August Fürst aus dem Jahr 1925 vor.

Für Musik sorgte zum einem MCC-Liederdichter Willi Schilling, dessen Lied „Das Wasser“ von der ganzen Fastnachtsgesellschaft gesungen wurde, zum anderen die frisch gegründete „Geberts Haus- und Hofkapelle aus Ober-Olm“.

Spende für das Fastnachtsmuseum

Nur ein Programmpunkt konnte den närrischen Raritäten und kulinarischen Köstlichkeiten noch die Krone aufsetzen: Die Scheckübergabe: 555 Euro überreichte Frank Gebert an Gerd Ludwig: Der Chef des Fördervereins Mainzer Fastnachtsmuseum freute sich riesig über den Betrag, den er dem Museum zugute kommen lassen wird. Kein Zweifel: das was Moderator Oliver de Luca zu Beginn des Abends versprochen hatte, hat sich bewahrheitet: „Die Jünger Bacchus’ und die Jünger Jokus’ zusammenzubringen.“